Kurz gefasste Odyssee meiner Krankheitsgeschichte

Wir schreiben das Jahr 2007, ich bin 24 Jahre alt:

  • habe heftige Schlafstörungen, schlafe entweder sehr oft und viel (einmal sogar 20 Stunden am Stück, wache selbst durch extrem laute Musik nicht auf (der Nachbar dagegen schon), schlafe dann wieder extrem wenig (Rekord 72 Stunden schlaflos).
  • Habe 2 Mal einen völligen Black Out – weiß weder wer ich bin, noch wo ich herkomme.
  • Bekomme Krampfanfälle und öfter Kopfschmerzen

Februar 2007 begebe mich zum Neurologen:

  • Zahlreiche Untersuchungen folgen….
  • Fazit: Mein “Bewusstseinszentrum” ist gestört – ich bleibe quasi in der Tiefschlafphase “hängen”
  • Ursache: evtl. früherer langjähriger Drogenkonsum, evtl. die drei Hirnhautentzündungen, die ich hatte (mit 3, 17 und 21 Jahren)
  • MRT folgt, Ergebnis: unbekanntes Objekt, in Form einer Erbse, wird neben dem Kleinhirn diagnostiziert. Kurz danach nennt es mein Neurologe: Zyste
  • Erst heißt es: “Ist nicht schlimm, haben manche von Geburt an und werden steinalt, das tut nix!”
  • Dennoch wird weiter geforscht, da keine Lösungen für die körperlichen Probleme gefunden werden.
  • MRT Bilder von meinem 17. und 21. Lebensjahr werden angefordert – war zu diesem Zeitpunkten in Kliniken, wegen Gehirnhautenzündungen und einer Gehirnentzündung
  • Beide MRT Bilder weisen keine Zyste auf!

Mittlerweile Mai 2007:

  • Das Ding wird weiterhin beobachtet – es wächst! Schlechtes Zeichen!
  • Es heißt nun:“gutartiger Tumor
  • Eine Knochen- und Rückenmarkspunktion weist keine “bösen” Zellen auf. Auf Deutsch – Krebszellen. Dennoch muß was getan werden. Das Ding weißt mehrere Kammern auf – wie eine Bienenwabe, vermutlich gefüllt mit Wasser und Blut.

Juni 2007:

  • Die erste Strahlentherapie meines Lebens! Das Ding soll mit Radioaktiven Strahlen einfach weggeballert werden – Kotzen, Kopfschmerzen, Schwindel beginnen. Echt übel.
  • Nach 6 Wochen Bestrahlung das Ergebnis: Wachstum gehemmt, doch das Teil ist noch immer da! Der “gutartige” ist also gar nicht so gut!
  • Bestrahlung muß aber gestoppt werden, denn sonst geht mein gesundes Gehirn drauf.

Immer wieder vergeht Zeit der Ratlosigkeit und die Hoffnung das, dass Wachstum doch zum Stillstand kommt!

Oktober 2007:

  • erneute Knochen- und Rückenmarksuntersuchung – Diesmal werden “böse” Zellen gefunden. Das gutartige Teil ist zu einem Astrozytom mutiert. WHO Grad III, was heißt: “bereits bösartig”
  • Das Ding ist jetzt etwa 3-4cm. Ich nenne das Ding nur noch “den Feind”.
  • Gott sei Dank liegt der Feind innerhalb der Bluthirnschranke und entwickelt so in nur sehr seltenen Fällen Metastasen

1. November 2007:

  • Bin in der Heidelberger Kopfklinik und stehe vor der Entscheidung meines Lebens: OP oder nicht?
  • Vieles spricht dagegen: 1. der Feind liegt direkt neben der Hauptschlagader, 2. der Feind befindet sich in einem gut durchblutenden Gehirnbereich, 3. durch die OP wird der Motorikteil meines Hirns zu 99% verletzt, das bedeutet Lähmung, wie weit… das weiß keiner…
  • für eine Chemo, ohne operative Entfernung eines Teils vom Feind, ist es zu spät – er ist bereits zu groß. Der Professor will nicht viel dazu sagen, doch ich quetsche ihn aus und will wissen was ich zu erwarten habe….
  • Er sagt die OP verläuft zu 20% positiv (alles Schätzungsweise), tue ich nichts habe ich noch ein halbes Jahr zu leben…. denn dann ist der Feind so groß, dass er lebenswichtige Blutgefäße und kleine Hirnwasserkanäle abdrückt.

Ich bin sehr verzweifelt, bekomme viele verschiedene Meinungen zu hören. Ich bete zu Gott und bitte ihn immer wieder verzweifelt: “Hey Gott hilf mir die richtige Entscheidung zu treffen”!
Nach 3 Wochen habe ich sie getroffen und bin unendlich erleichtert. Ich laße mich nicht operieren!

Ich vertraue auf Gott und bleibe dran, egal was kommt. Ich habe Angst vorm Sterben, doch Gott legt mir diese Message aufs Herz:
“Ich werde nicht sterben, sondern leben, um die Taten des Herrn zu verkünden!”
Psalm 118, 17

  • Nehme täglich einen Medikamentencocktail zu mir
  • Bald bemerke ich, das meine rechten Körperseite schwächer wird und ich teilweise kein Gefühl darin habe.
  • Bekomme nun Erwerbsunfähigkeitsrente

1. April 2008 – genau ein halbes Jahr ist vergangen – ich lebe noch!

Bis dahin war jeder Tag schlimm, da das angesagte “Sterbedatum” näher rückte.
Doch war anscheinend nur ein Aprilscherz – bin erleichtert, mir geht es einigermaßen gut und ich lebe noch! Nur das zählt.

Ich lerne auf Krankenhausfluren oder Arztbesuchen Menschen kennen, die ich ermutige und denen ich vom BIG Daddy erzählen kann.
Ich erlebe wie sich eine Frau durch meine Hilfe zu Gott bekennt und ab sofort mit ihm leben will. Bin begeistert wie Gott mich gebraucht, auch im Internet geschehen gewaltige Dinge, wo Gott mich benutzt um andere Menschen zu erreichen!! Ich habe ja jetzt Zeit dafür und so entsteht später auch diese Seite.

Dazwischen immer wieder Warten, Hoffen und große Ungewissheit

Januar 2009

  • der Feind war zu diesem Zeitpunkt ganze 6cm groß und plötzlich ein Wunder!!!!! Der Feind hat sich geteilt!!!
  • Ich bin ein Fall von 10 000, bei denen das passiert! Ich hab nun etwa zwei 3cm kleine Feindteile im Hirn rumschwirren.

Die Ärzte sehen wieder Möglichkeiten: Für Chemo ist es zu spät, da ich durch die vielen Medis mittlerweile ein chronisches Magengeschwür hab und meine Nieren schon sehr geschädigt sind, würden die das nicht packen.

  • Wieder stehen Bestrahlungen an…. erst ein Teil des Feindes

März 2009 – ein erster Sieg!!!

Der erste Teil des Tumors ist nach 6 Wochen täglicher Bestrahlung vernichtet!!

  • Die Zeit geht vorbei – wieder warten. Denn mein Gehirn und Körper muß sich erholen, um fit zu werden für weitere Bestrahlungen.

Juli 2009

  • die Bestrahlung geht weiter, der zweite Teil des Feindes soll zerstört werden. Dabei schwillt immer wieder mein gesundes Gehirn an – die Frontallappen.

Heute, September 2009:

  • Befinde mich in der 5. Woche Bestrahlung, ich habe Probleme mit dem Hirndruck – doch stand noch nie so kurz vor der Ziellinie…. hoffe es geht alles gut und der Druck wird mit Kortison, was ich gespritzt bekomme in Schach gehalten
  • Bekomme auch aller 2 Wochen eine Bluttransfusion, da durch die Bestrahlung die Blutbildung im Knochenmark gestört ist

Viel schafft mein Körper nicht mehr, doch er kämpft.
Es sind noch 3 Wochen Bestrahlungen geplant…. 1 Woche auf den Feind, weiter 2 auf das ganze Gehirn um Metastasenbildung zu vermeiden.

Wie es weiter geht?

NACHTRAG: Oktober 2009

Doch nach einer Woche muß die Bestrahlung abgebrochen werden! Mein rechter Frontallappen ist zu stark angeschwollen – die Risiken werden zu groß.

Oktober 2009

MRT an Kopf, Rücken und Lungen – kein Tumor mehr zu sehen! Die Strahlen haben ihn
weggeballert.
Wieder Knochenmarksuntersuchung, wie ich es hasse – im Nervenwasser werden immer noch
Zellen vom Feind gefunden.

Ich bekomme eine Chemotherapie über Infusion – die erste Nacht ist schrecklich, ich kotze
3 mal und schlucke es 10x wieder runter. Mein Mund ist entzündet und blutet.

Doch ich verlasse mich auf BIG Daddy – wie oft war er da und hat mir, wenn es sein musste sogar die Kotztüte gehalten?!

Nach 2 Wochen wieder Knochenmarksuntersuchung!


26. Oktober 2009 – ich bekomme das Ergbnis!

Im Nervenwasser sind keine Krebszellen mehr zu finden! Ich habe es geschafft!

Ab heute habe ich zweimal im Jahr Geburtstag!

Danke Jesus

Ich schreibe für eine Initiative von In-Meiner-Strasse e.V.  Wenn Du meine Arbeit unterstützen möchtest, findest Du auf diesem Link alle Infos.

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9 Kommentare zu „Kurz gefasste Odyssee meiner Krankheitsgeschichte“

  • Gritti:

    Hallo Jesus Punk, da bist du wirklich über Löwen und Drachen geschritten und Papi hat dich persönlich getragen. Ich freu mich so für dich!

    Du wirst doch sicher auch in Zukunft Gebet brauchen!?

    LG! Gritti

  • Jesus Punk:

    Hallo liebe Gritti,

    schön das du dich meldest ;-) )
    Das freut mich.
    Ja sicher, Gebet kann ich immer gut gebrauchen. Zur Zeit drückts seelisch etwas, kann meine rechte Seite nach wie vor nicht so gebrauchen, wie ich gerne möchte – bitte bete doch dafür! Am liebsten wäre mir natürlich, wenn wieder alles gut wird!
    Ansonsten, dass ich lerne mit der Situation wie sie jetzt ist umzugehen. Beginne demnächst ne Reha und wenn ich erhlich bin, hab ich auch da ne Menge Schiss vor. Wovor genau weiß ich nicht, einfach nen ungutes Gefühl.
    Danke Gritte, für deine Hilfe!
    Hoffe, wir hören bald wieder voneinander.
    Ich veröffentliche hier aller paar Tage etwas Neues, dann gehts u.a. auch um meine Gebetsanliegen.
    Fetten Segen Dir – du machst deine Arbeit bei GF super!!! Bleib dran!! Daddy benutzt dich und läßt dich für die Leute da zum großen Segen werden!!
    Jesus Punk

  • Anonymus Atheist:

    Guten Morgen, Mandy.

    Ich bin heute Nacht zufällig über deinen Blog gestolpert. Auch wenn ich deinen Jesus-Fetisch nicht teile und den Inhalt deines Blogs für ziemlich verrückt halte, wünsche ich dir dennoch alles Gute. So eine Scheisse hat echt niemand verdient. Freut mich wirklich, dass es dir wieder besser geht und du den Horror größtenteils hinter dir hast.

    Gottlose Grüße,
    Anon

  • Jesus Punk:

    Grüß dich Ano!

    Danke für Deine Wünsche ;-)
    Freu mich das du trotzdem schreibst, auch wenn du dem "Jesus-Fetisch" nicht verfallen bist.

    Hähä, das Wort gefällt mir total, da werd ich nen Blog Beitrag draus mixen. Mal schauen ob und was mir dazu einfällt.

    Gruß
    JP

  • Mike:

    Hi Jesus-Punk,

    bin auch durch "Zufall" auf Deine Seite gestossen und finde sie klasse! Bin vom Atheisten, der ich früher war, zum Jesus-Fetischisten (echt geiler Ausdruck) mutiert! Alle Achtung vor Deiner Stärke und Deinem Mut, diesem Angriff auf Dich zu begegnen! Ich wünsche Dir weiterhin Gottes Kraft und Hilfe und bin sicher, dass alles gut wird!
    liebe Grüße
    Mike

  • Jesus Punk:

    Hallo Mike,

    danke Dir und ich freu mich wie blöd das du hierher gefunden hast!
    Sag mal haste Lust bei uns im Gekreuz(siegt) Forum reinzuschauen und bißchen von dir zu erzählen.
    "Vom Atheisten zum Jesus Fetischisten" – da will ich mehr von wissen!!
    Würde mich sehr freuen, danke jedenfalls für deine Wünsche und die Grüße!

    Segen für dich
    Frau Punk

  • Micky:

    Hi,

    finde es klasse das Gott Dir soooo viel Kraft gegeben hat. Ich habe in dem letzten Jahr was gelernt, Krankheit ist nicht von Gott, es kommt vom "Feind" !!
    Einer meiner Lieblingstexte ist Jesaja 53,5:
    … durch seine ( Jesus ) Wunden sind wir geheilt !! Er hat alles auf sich genommen und wir dürfen das im glauben annehmen und die Krankheiten müssen verschwinden, denn größer ist der ( Gottes Geist ), der in uns lebt als der, der in der Welt ( Satan ) ist.
    Gottes Segen !!!!

  • Luthers Enkel:

    Mensch Mandy, du bist ein Held! Ich hoffe und bete, dass Gott dich nich mächtig und lange hier unten gebraucht, damit jeder Atheist von Unglauben abfällt!
    Gott ist gut auch wenn die Umstände manchmal shitti sind. Halte fest und lass nicht locker! Im schlimmsten Fall (für uns) landest du im Himmel.

  • LAmérique:

    hallo mandy.
    ich finde deine einstellung zu deiner krankheit so stark du gibst anderen die ähnlich betroffen sind so viel mut und ich bete für dich das du leben kannst das du anderen weiterhin mit deinen erlebnissen die du täglich hast mut machst habe von deinem unfall gelesen mit der s. bahn hiffe du hast alles gut überstanden und auf dem wege der besserung viel segen dir weiterhinn möge big. daddy immer bei dir sein und dich tragen wo du net laufen kannst dir täglich kraft geben dir viel freude geben in deinem leben
    liebe grüße ernst

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