Sex vor der Ehe?

Bestimmt kennst Du die Werbeplakate von "Machs mit" ?!

Im Grunde genommen ne gute Sache – klar, Kondome schützen vor Krankheiten und auch davor ungewollt schwanger zu werden. Der beste Schutz gegen Krankheiten und ungewolltem Kindersegen ist allerdings keinen Sex zu haben. :P

Die Slogan auf den "Machs mit" Plakaten wirken auf mich eher wie Werbung für eine Art Trendsport.

Ganz nach dem Motto: "Jo wir poppen, schließlich sind wir jung und wollen unseren Spaß."

 

 

Es gibt eine Initiative die aus Amerika rüberschwappte. Sie heißt  "Wahre Liebe wartet" .

Unter dieser Parole kämpfen Teenager in Amerika und nun auch Europa gegen die eigene Lust auf Sex vor der Ehe. Sie geloben feierlich:

„Durch die Gnade Gottes verpflichte ich mich ab heute vor Gott, vor mir selbst, meiner Familie, meinen Freunden und meinem zukünftigen Ehepartner, bis zum Tag meiner Heirat sexuell rein zu bleiben!"

 

Wälzen wir doch mal das dicke Buch, die Bibel. Da hätten wir als erstes den 1. Korinther 7, 8-9, wo der Paulus sagt:

"Den Unverheirateten und den Verwitweten sage ich: Es ist am besten, wenn sie meinem Vorbild folgen und allein bleiben. Aber wenn ihnen das zu schwer fällt, sollen sie heiraten. Das ist besser, als wenn sie von unbefriedigtem Verlangen verzehrt werden."


Dann gibt's da noch den 1. Korinter 6, 12-20. Darin steht in Kurzform, dass Hurrerei Sünde ist, dass unser Körper Gottes heiliger Tempel ist und das wir "ein Fleisch" werden, wenn wir poppen. Nix Steak – sondern "eins", also ganz vertraut.

"Die Ehe soll von allen geachtet werden. Ihr dürft das Ehebett nicht durch Untreue beflecken; denn Gott wird alle verurteilen, die Unzucht treiben und Ehebruch begehen." Hebräer 13, 4

Es gibt viele Bibelstellen zum Thema. Schau Dich am besten selbst mal um und lies nach und vorallem sprich mit Gott drüber. Ich hab schon einige Bücher über die Diskussion "Sex vor der Ehe" gelesen, komischerweise wurden alle von verheirateten Leuten geschrieben …
 

Um das alles besser verstehen zu können, sollte man erstmal zwei Wörter übersetzen:
 

Unzucht (griech.: Porneia) – kommt von Porno, bedeutet aber in der Übersetzung weitaus mehr. Damals gab es im Tempel die Prostituierte. Männer gingen in einen Tempel, hatten Sex mit den Frauen und dienten damit gleichzeitig irgendeiner Gottheit. Das wird in der Bibel auch als Götzendienst bezeichnet. Unzucht heißt Prostitution, Sex mit Tieren, Sex mit Kindern, Vergewaltigung usw. also richtig kranke und perverse Sachen.
 

Ehebruch (griech: Moicheia) = Jemand pennt mit einer verheirateten Frau bzw. mit einem Mann und bewirkt damit einen "Bruch" in dessen Ehe. Also richtig Stress, Vertrauensmissbrauch und so. Außerdem ist Ehebruch wenn ein Single mit jemanden Verheirateten pennt.

 

Ich verstehe unter Unzucht NICHT den klassischen Sex zwischen zwei Menschen, die sich lieb haben.


Ich habe von einigen Paaren gelesen und auch im Freundeskreis mitbekommen, die sagen: "Wir haben es nicht geschafft."

Sie haben deswegen ein schlechtes Gewissen. Freunde von mir deckten schnell eine große breite Decke über ihr Bett, damit niemand, der sie aus der Gemeinde besucht, weiß das sich darunter zwei Bettdecken befinden.


Sie fangen an ihre Umwelt zu belügen und die Zeit wo eigentlich rosa Wolke aufziehen, zieht plötzlich ne dunkle Wolke auf.


Irgendwie gehen die meisten Christen eh davon aus, dass wenn man zusammen in einem Bett pennt oder wenn man zusammen wohnt – dann auch Sex hat. Komisch. Schließen die von sich auf Andere? 

Der größte Schwachsinn ist, wenn jemand sagt: "Gott sorgt sich ja so sehr um uns Menschen und ohne Sex vor der Ehe können wir uns viel weniger verletzen und weiß ich was … Gott ist so gut zu uns …"

Ich hatte vor der Ehe Sex und es tat immer weh, wenn die Beziehungen dann auseinander gingen. Aber es wird weder schwerer noch leichter, wenn man Sex hatte. Es ist nicht der Sex, der verletzt. Es sind die Umstände, die persönliche psychische Stabilität und die (ehemalige) Enge der Beziehung zum Partner. Ob man Sex hatte oder nicht, spielt für die Stärke der Verletzung meiner Meinung nach keine Rolle!


Wie sieht es nun aus, wenn man ausgenutzt wird und sich raus stellt, dass jemand nur ne Beziehung einging, weil er/sie Sex wollte?

Ganz ehrlich? Ist sowas nicht schon vorher erkennbar? Auch hier kommen die Verletzungen nicht vom Sex, sie kommen aus der Enttäuschung, dass der andere einen nicht liebt und man drauf reingefallen ist.

 

Wenn Du Dich entschließt vor der Ehe Sex zu haben, dann rate ich Dir – und das lese ich auch aus der Bibel, den Partner genau kennenzulernen. Geht eine Beziehung ein und wartet, bis die echt fest ist – wenn Du diesen Menschen dann liebst und Dein Leben mit ihm verbringen möchtest, dann spricht doch auch nichts dagegen das ihr heiratet, oder?

Wenn doch, dann solltest Du darüber nachdenken, ob Du Sex haben solltest.

Denn in der Bibel, im 1. Korinther 7 steht, dass man heiraten soll, aber nix ob Du da erst Sex haben solltest. Der Wunsch zur Heirat sollte jedoch da sein.


Bitte vergiß nicht: Sex sollte niemals der Grund zur Heirat sein, sondern Liebe und Hingabe an den Partner!


Ich finde es stark und es verdient großen Respekt, wenn sich zwei Menschen entschließen erst in der Ehe Sex zu haben. Sex ist das intimste was zwei Menschen haben können. Es ist alles andere als "sexuell verklemmt" oder "bekloppt" sich zu entschließen keinen Sex vor der Ehe zu haben! Im Gegenteil, ich finde das zeugt von Reife!

Ich bin der Meinung, dass man nicht kopflos durch die Gegend poppen sollte, sondern das zu Sex Liebe gehört. Ich wollte bis vor wenigen Wochen vor meiner Hochzeit eigentlich nie heiraten. Ich fand das so verbindend…. naja ist es auch. Aber gerade die Verbindlichkeit, die stärkt eine Beziehung. Ich dachte mit so ner läppischen Unterschrift ändert sich nix, aber ich täuschte mich, denn unsere Beziehung wurde tatsächlich noch viel intensiver.

 

Noch ein Punkt, den ich ansprechen möchte…

Wenn nun zwei zusammen sind, total ineiander verknallt – spätestens dann werden sie rausfinden, dass sie Hormone haben. Geil werden und so. Was tun?


Sprecht gemeinsam drüber. Ihr habt euch Beide entschlossen mit dem Sex noch zu warten – also seid ehrlich und redet über eure "Geilheitsprobleme" – das fördert auch das Vertrauen. Wann nun Sex genau bei euch anfängt und wie weit ihr gehen wollt… dass müßt ihr für euch klar machen. Bleibt mit Gott im Gespräch.
 

Liebe Jungs und Männer, entgegen vieler Meinungen haben auch Frauen "Druck" – ich denke aber, dass ist ne Kopfsache und diese Triebe müßen nicht immer körperlich befriedigt werden – da sind wir schon wieder beim Thema Selbstbefriedigung. Da hab ich schon mal drüber geschrieben.

Guck: Ist Selbstbefriedigung für Gott okay?

 

So, dass wars erstmal zum Thema. Sei gesegnet und geliebt!

Deine Mandy
 


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© Fotos: 1+2 machsmit.de – die anderen photo-case.com
 

 


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Dieser Beitrag wurde am 3. Juni 2011 veröffentlicht.

73 Gedanken zu „Sex vor der Ehe?

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  1. henry

    Hallo Mandy, du schreibst:

    "Für mich ist Unzucht NICHT der klassische Sex zwischen zwei Menschen, die sich lieb haben."
     
    Obwohl ich deine Beiträge sehr wohl schätze, finde ich diese Aussage sehr irritierend. Einerseits stehst du zur Bibel, die eindeutige Belege gegen Sex vor der Ehe liefert, adererseits machst du hiermit einen Kompromiss, die nun jeder für sich auslegen kann, wie er will.

    Liebe Mandy, bitte bleib eindeutig kompromisslos – darin ist auch find ich deine Megastärke. Wir haben bereits viel zu viel Kompromisse in unserer christlichen Botschaft hier im Lande – damit unser Salz ja nicht zu salzig für Menschen wird… Aber der Bumerang schlägt zurück – und unser Salz verliert zunehmend an Kraft… 

    LG Henry

    Antworten
    1. Mandy Artikelautor

      Hey Henry.

      Ich sehe es nicht so als würde ich hier nen Kompromiss machen und mir die Bibel so zurecht legen, wie ich es gerne hätte.

      Im Artikel zitiere ich aus einem Lexikon was "Unzucht" bedeutet. Da stehen alle möglichen Schweinerein drunter aber nicht, dass vorehelicher Sex Unzucht ist. So komme ich zur Meinung: "Für mich ist Unzucht NICHT der klassische Sex zwischen zwei Menschen, die sich lieb haben."

      Du sagst in der Bibel stehen "eindeutige Belege gegen Sex vor der Ehe" – wo denn?

      Wenn Du Sex vor der Ehe als "Unzucht" bezeichnest, dann sind wir unterschiedlicher Meinung.

      Antworten
      1. Florian

        Um das mal, wenn auch etwas spät, noch zu ergänzen: Zum Beispiel 2. Mose 22, 15 (Hervorhebung von mir):

        Wenn ein Mann eine Jungfrau, die noch nicht verlobt ist, verführt und mit ihr schläft, muss er die übliche Mitgift bezahlen und sie zur Frau nehmen.

        Das steht da für den – nicht optimalen – Fall, dass zwei Menschen miteinander schlafen, die nicht verheiratet sind. Und selbst da lässt Gott die Wahl nicht offen. Die beiden sind verpflichtet, zu heiraten. Schon allein deshalb sollte man die Reihenfolge umkehren, erst heiraten, und dann miteinander schlafen. Abgesehen davon gibt es sicher auch Gründe, dass für die Menschen zu biblischen Zeiten undenkbar war, unverheiratet zusammen zu leben. Das ist aber wiederum auch eine Voraussetzung für Sex, steht direkt im Schöpfungsbericht, bekannter Vers:

        Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch.

        Ich denke den Bezug von "ein Fleisch sein" auf "miteinander schlafen" muss ich nicht extra belegen. Aber da stehts: Erst anhangen, dann ein Fleisch werden. Nicht umgekehrt. Ich weiß, als "Unbetroffener" kann man da viel (von oben herab) reden, genauso übrigens wie wenn man verheiratet ist, und dieses Thema schon hinter sich hat. Ich steh derzeit mittendrin. Ich bin verlobt und werde (leider erst) in zwei Jahren heiraten. Ich habe zwar mit meiner Verlobten nie geschlafen, aber wir merken jetzt schon, dass wir an unsere Grenzen kommen. Nur um dem zu entgehen, dass ich da als Unbeteiligter viel reden könnte. ;-) Aber letztlich geht's darum ja auch nicht. Ich empfinde das ein bisschen so, dass es oft so gedacht wird – "Es steht kein konkretes Verbot in der Bibel, also ist es in Ordnung." Obwohl alles darauf hindeutet, dass es eben doch nicht gut ist. Wenn man dann nämlich so konkret werden will, kann man auch streiten über Abschreiben, Raubkopieren, Pornos usw. – konkret lässt sich da kaum was finden. Letztlich kann man allen nur sagen – lasst euch vom Heiligen Geist leiten! Wenn man das auch bewusst auf sein Sexualleben ausweitet, wird man feststellen, wo zumindest die groben Grenzen liegen. (Uff, jetzt hab ich schon wieder viel mehr gebrabbelt als ich wollte )

        Antworten
        1. Lokke

          Da wird eine Frau für eine mögliche Vergewaltigung bestraft. Klassisch patrichal-unterdrückerische Regel. 

          Die sich übrigens im Codex hamurabi aus abrahams Heimat findet und nicht von Gott diktiert ist wie zb die Zehn gebote. 

          Auch war eine nicht Jungfrau unverheiratbar ( damals ein Handel zwischen Bräutigam und Brautvater) und damit eine Belastung für die Familie. Ein Wertverlust. 

          Daher sollte  sie wenn entjungfert zwangsverheiratet werden, damit die versorgt, aber vorallem der Vater Drive Mitgift kassieren konnte. 

          Daraus zu schlussfolgern sex dürfe nur in der Ehe stattfinden, die heute eben kein Handel mehr ist, ist völlig absurd. 

          ohr tut immer so als ob die Bibel im Mitteleuropa des 20. Jhdt entstanden wäre und die Verhältnisse bei und beschreibt. So verstanden verdreht man Gottes Willen für uns hier ins kroteske

          Antworten
        2. Matthias

          Die Stelle aus dem Schöpfungsbericht wird in diesem Zusammenhang sehr gerne zitiert. Wenn man aber liest, was da steht, und nicht was man gerne lesen würde, ist die Sache viel weniger eindeutig.
          Eigentlich ist die Aussage alleine schon durch die EInleitung des Satzes klar: [quote]Und darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen…"[/quote]
          Wenn man daraus ein Gesetz ableiten will, dann höchstens, dass ein Mann erst zu hause ausziehen darf, wenn er eine Frau gefunden hat, der er anhangen und mit der er ein Fleisch sein kann. Vorher soll er Vater und Mutter nicht verlassen.
           
          Das Zitat aus 2. Mose 22, 15 ist noch so ein wundervolles Beispiel. Schon mal gelesen, in welchen Zusammenhang das steht? Die Überschrift lautet: "Eigentumsvergehen". Und genau darum geht es. Ein junges Mädchen ist Eigentum des Vaters. Denn an diesen muss der Brautpreis entrichtet werden. Nun verhielt es sich so, dass eine Jungfrau den höheren Brautpreis einbrachte, als ein Mädchen, dass diese Vorzüge nicht mehr hatte. (Man erkenne: Es ist nicht unüblich, als "entjungferte" in die Ehe zu gehen. Es ist nur weniger lukrativ) Um den Vater den Verlust zu ersetzten, hat der Entjungferer den Brautpreis zu bezahlen. Und da das Mädchen nun schwerer zu vermitteln ist, soll er sie zur Frau nehmen.
          Einen Satz weiter lesen wird, dass dies aber nicht zwingend nötig ist, wenn der Vater es nicht wünscht. In diesem Fall erhält er nur der Geld, und behält seine Tochter.
          Wäre es Gesetz, auf Geschlechtsverkehr zwingend eine Hochzeit folgen zu lassen, könnte der Vater sich hier ganz einfach über Gottes Meinung hinweg setzen.
           
          Man könnte noch so mach weiteres aufführen. Letzten Endes bleibt, dass aus dem Zusammenhang gerissen so mancher Satz einen ganz anderen Sinn ergibt. Es gibt kein Gesetz, dass Sex vor der Ehe verbietet.
          Sicherlich ist die Ehe der Ideale Rahmen für eine Sexuelle Beziehung (die heutige Scheidungsquote einmal ausser Acht gelassen. Diese ist sicher nicht in Gottes Sinn). Aber sie ist nicht verpflichtende Grundlage. Alle Achtung vor Menschen, die mit Sex bis zur Ehe warten wollen. Sie verdienen meinen Respekt.
          Zu einer Zeit, in der Mädchen mit 14-16 Jahren verheiratet wurden, in der junge Frauen mit Kindern ohne Väter kaum eine Überlebenschance hatten, in der der Brautpreis für Jungfrauen höher war als für andere, in der die sozialen Strukturen und das Überleben des einzelnen wesentlicher von der Familie abhing und in der es kaum eine Möglichkeit zur Verhütung gab, hat es wesentlich mehr Sinn gemacht, bis zur Ehe mit dem Geschlchtsverkehr zu warten.
           
          Das Gesetz ist dazu da dem Menschen zu dienen. Wenn aus interpretierten Dogmen Angst, Schuldgefühle, Selbstverachtung, Zweifel und Selbstkasteiung resultieren, ist es dann in Gottes Sinn?
          Jesus will den Menschen heilen, ihn befreien.

          In diesem Sinne seid lieb gesegnet
          Matthias
           

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