Ich wurde von meiner Mum abgelehnt, Du auch?
Ich glaube Ablehnung ist etwas ganz Schlimmes.
Ich wurde abgelehnt von meinen Eltern. Ich war ein Baby, was ein "Unfall" war – nicht erwünscht. Ich kam mit Entzugserscheinungen viel zu früh zur Welt, weil meine Mum in der Schwangerschaft getrunken hat.
Ich verbrachte meine ersten Wochen auf dieser Welt im Brutkasten. Meine Mutter besuchte mich erst Wochen später zum ersten Mal.
Meine frühe Kindheit verlief ganz okay. Doch mit Beginn meiner Schulzeit endete meine Kindheit.
Ich bekam Schläge, wenn ich keine guten Noten mit nach Hause brachte. Um "erwachsen" zu werden, bekam ich mit etwa zehn Jahren einen eigenen Kühlschrank hingesetzt, verdiente mein Geld mit Zeitung austragen, ging für mich einkaufen, kochte mehr oder weniger nur für mich und mußte meine Wäsche selbst waschen.
Ich stand früh auf eigenen Beinen, zu früh. Ich fing an mit Alk und Drogen und haute von daheim ab. Ich fühlte mich abgelehnt. Verstoßen, Ungeliebt.
Annahme fand ich in meiner Clique. Es waren Punk's und ich wurde eine von ihnen. Zum ersten Mal spürte ich was "Familie" wohl bedeuten muß. Es war schön, ich gehörte dazu. Ich war jemand…
Jahre später, ich war etwa 21 Jahre… wurde meine Mutter sehr krank. Ich fuhr zu ihr und entschuldigte mich für alles was zwischen uns geschehen war. Wir hatten beide Fehler gemacht. Sie wurde ihrer Rolle als Mutter nicht gerecht und ich? Ich schlug verbal rein, wo ich nur konnte… doch jetzt hatte ich Gott kennengelernt und so wollte ich ihr vergeben und auch mir. Doch sie wurde aggressiv und warf mich aus ihrem Krankenzimmer. Das was das letzte Mal, dass ich sie sah…. ich bekam einen Brief, in dem sie mir schrieb, dass sie mich nicht lieben kann. Die Liebe hat "aufgehört", zu sehr hätte ich sie verletzt obwohl sie, wie sie schreibt ihr "Bestes" gegeben hat.
Das tut scheiße weh, sowas von der eigenen Mama zu lesen. Sie die Mutter, ich das Kind….. und dazwischen ein scheinbar unüberwindbarer Graben.
Weißt du, ich glaube Gott kann uns eine Brücke bauen um diesen Graben zu überwinden. Ich bin über diese Brücke gelaufen, rüber auf die andere Seite zu meiner Mutter.
Doch sie war stur und verbittert und nahm meine Hand, die ich ihr reichte, nicht an. Was bleibt, in mir, ist ein zerbrochenes Herz.
Wie oft habe ich geweint? Nächte lang.
Ich habe mich betrunken bis ich im Krankenhaus landete…. ich hielt es nicht mehr aus diesen Schmerz, versuchte ihn zu betäuben.
Aber weißt Du was? Das ist nicht möglich. Schmerz kann schwimmen und säuft im Alkohol nicht ab. Der einzige, der diese fett aufklaffende Wunde in mir heilen konnte, der heißt Jesus!
Ich kam zu ihm und sagte:
"Hey Gott, ich habe keine Mama, die mich liebt. Sie ist krank, verbittert im Herzen…. Bitte tröste mich."
Und er tat es, er nahm mich in den Arm und wischte mir meinen Tränen weg. Er füllte mein Herz auf, mit seiner Liebe. Das kann ich Dir nicht beschreiben, es ist ein inneres Gefühl, ein Empfinden was an Intensität nicht zu überbieten ist.
Er sagt mir und auch Dir im Psalm 27, 10
"Wenn Vater und Mutter Dich verstoßen, nehme ich, der Herr, dich auf."
Mir lag es heute am Herzen, dass aufzuschreiben. Ich weiß nicht, wie Du mit Deinen Eltern so dran bist…. vielleicht ist es auch jemand ganz anderes, der Dich abgelehnt hat.
Gott kann Deinen Schmerz, Deine Wunde im Herzen heilen. Seine Liebe zu Dir wird niemals aufhören, egal was für Scheiße Du baust. Er reicht Dir die Hand, nimmst Du sie an?
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Sei fett gesegnet
Deine Jesus Punk
Ich schreibe für eine Initiative von In-Meiner-Strasse e.V.
Wenn Du meine Arbeit unterstützen möchtest, findest Du auf diesem Link alle Infos.
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Liebe Mandy,
Das Ablehnen eines Kindes ist nicht nur etwas schlimmes, sondern im Grunde das Schlimmste, was man seinem Kind antun kann (neben solchen Dingen wie physischem Mord und Folter). Nach der von Gott gewollten Ordnung der Dinge sollen Eltern ihren Kindern Schutz, Geborgenheit und Zuwendung spenden, also das genaue Gegenteil von dem, was Sie in ihrem Beitrag geschildert haben.
Eltern, die ihr Kind offen ablehnen, mißhandeln es aufs grausamste und überantworten es der Hölle, denn Kälte, Gleichgültigkeit oder gar Feindseligkeit kann kein Kind auf Dauer überstehen. Freilich handeln solche Eltern nicht aus diabolischer Absicht so, sondern aus Egoismus (man ist viiiiiel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um andere Menschen und ihre berechtigten Bedürfnisse überhaupt wahrzunehmen), aus Schwäche (eigentlich, weiß man, daß man sich dem Kind gegenüber unmöglich verhält, aber die eigenen Phobien, Zwangsvorstellungen, Hirngespinste usw sind viel stärker als jedes bessere Wissen, ja als jede halbwegs gesunde menschliche Regung). Das erklärt zwar manches, ändert an der gräßlichen Lage jedoch wenig oder auch nichts.
Sie haben recht; die einzige Rettung ist tatsächlich Gott. Es war für mich seinerzeit wie der Beginn eines neuen Lebens, als mir plötzlich klar wurde, daß Gott mich vollkommener und mehr liebt als es je ein Mensch und sei es auch der perfekteste (von den bekannten nichtperfekten ganz zu schweigen) tun könnte. Und daß es nur auf diese Liebe Gottes ankommt, auf Sein Gefallen an mir.
Es war mir dann möglich, endlich Trauer über diese verpfuschte Familiensituation, ja sogar gelegentlich Mitleid mit meinen unfähigen Eltern zu empfinden statt dieser ewigen Melange aus Wut und Verzweiflung. Allerdings hat es dennoch Jahre, ach Jahrzehnte gedauert, bis ich seelisch loslassen und schließlich auch aus ganzem Herzen vergeben konnte.
Ähnlich wie Sie habe ich zunächst eine Aussprache, eine Aussöhnung versucht, doch zu meiner bitteren Enttäuschung mußte ich einsehen, daß Menschen so in sich verkrampft, so verdreht (mr fällt kein besserer Ausdruck ein) sein können, daß sie außerstande sind, an einem Zustand, an dem sie selbst schwer leiden (es ist ja auch kein Spaß, immerzu jemanden anfeinden und verabscheuen zu müssen – so etwas strengt auf die Dauer sehr an), etwas zu ändern, ja verändern zu wollen.
Es hat lange gebraucht, bis ich von diesen sinnlosen Versuchen, selbst eine Heilung dieses verkorksten Verhältnisses zu bewirken, abgelassen habe. Stattdessen habe ich Gott diese böse Wunde anempfohlen, daß Er sich ihrer annehme, da menschliches Können, Wollen und Wissen hier nichts fruchten.
Wie gesagt, heute habe ich ihnen aufrichtig vergeben, ich erwarte nichts für mich von ihnen, also keine Reue, keine Einsicht, keine Versöhnung – jedenfalls nicht in dieser Welt. Ich kann sie nun sogar lieben, was mich ziemlich überrascht.
Ebenfalls erst seit kurzem habe ich mich auch wegen dieser Familienkatastrophe auch mit Gott selbst versöhnt, denn wenn ich ehrlich bin, habe ich es Ihm lange übelgenommen, daß Er mich solchen Eltern gegeben hat und mich so hat leiden lassen.
Nun aber sehe ich die Vergangenheit völlig anders. In einem alten Gebetbuch oder einer vergleichbaren Erbauungsschrift las sich kürzlich, daß das unverschuldete Leiden die vollkommenste, edelste Art des Leidens ist, weil Gott uns damit würdigt, ebenso zu leiden wie Der Heiland … "Anteil am Kreuze Christi", heißt in der Sprache alter Zeiten. Gut, man ist zwar vorher nicht gefragt worden, aber bei der persönlichen Erschaffung fragt Gott einen ja auch nicht, ob man sein möchte oder nicht.
Liebe Mandy, Sie sind nicht allein; wahrscheinlich gibt es mehr Menschen als wir denken, die so arg versehrt in und durch den irdischen Teil des Lebens müssen. Da ist Ihr gutes Werk wie dieser freimütige Beitrag sehr wichtig. Denn viele wissen nicht, daß solche Verhängnisse nicht unabwendbar sind. Sie wissen nichts von der allesübersteigenden Liebe und Geduld Gottes.
Ja, Er ist wahrhaft die beste Mutter, der beste Vater, den ein Mensch sich nur wünschen kann. Ich freue mich, daß auch Sie Seine rettende Liebe erfahren haben.
Gott segne Sie auch weiterhin,
herzlichst
Ihre Praxedis