Auch Christen dürfen Ängste haben!

"Wie Du bist Christ und hast Angst??! Das geht ja mal gar nicht!" 


Doch. Geht. Und es ist okay und nur allzu verständlich!

Denn auch Dein Kind kann schwer krank werden. Es kann vor Dir sterben. Deine engsten Familienmitglieder und Freunde kann es ebenso erwischen. Auch in Deinem Körper kann der Krebs wüten. Ein Unfall kann Dich für immer an den Rollstuhl fesseln. Du kannst Deine Arbeit verlieren, Dein Haus wird verpfändet. Die Liebe Deines Lebens kann Dich verlassen … 


Ok. Ok. Ich höre ja schon auf. "Was wäre wenn – Spiele" sind doof. Letzendlich wissen wir eh alle, dass es auch uns treffen kann. Den einen von 80 Millionen … und jetzt sag mir nicht, dass Du niemals und nie auch nur ein Fünkchen Angst davor hast!

Natürlich haben auch wir als Christen Ängste, wir sollten endlich dazu stehen und sie nicht unterdrücken und in uns hinein fressen! Ich weiß gar nicht woher es kommt, dass es gerade in der Christenwelt so verpönt ist zu seinen Ängsten zu stehen?!
 

Angst


Wusstest Du, dass die Suizidrate in Deutschland mit ca. 11 000 Menschen pro Jahr höher ist als die Totesrate durch Autounfälle und Drogenkonsum zusammen? Viele Menschen verzweifeln an ihrem Leben! Mit Sicherheit sind Ängste eines der häufigsten Motive für diesen traurigen Entschluss. 

"Gott hat sich was dabei gedacht!", "Es wird wieder gut!", "Reiß Dich zusammen!" – steht auf der frommen Bügelmaschine, wenn jemand über Ängste und Leid in seinem Leben erzählt. Ich denke viele von uns – mich eingeschlossen – sollten die Ängste anderere und natürlich auch die eigene Ängste besser wahrnehmen, sensibler im Umgang damit werden. Der erste Schritt dahin ist es, zu akzeptieren das sie da sind.
 

Geteiltes Leid, ist halbes Leid! Geteilte Ängste werden kleiner!

Meiner Einschätzung nach, fragen Menschen heute immer weniger nach Gott, weil sie vermittelt bekommen: "Als Christ darfst Du nicht … dies und das!", "Als Christ, darfst Du keine Angst haben … " bla bla … DOCH! Angst ist Realität! Das ist heute so, dass war es vor 10 Jahren, vor 50 Jahren, vor 1000 Jahren. Menschen sind schon immer von Angst getrieben.

Schau mal in die Bibel. Fleißige Leute haben nachgezählt. 365x steht drin: "Fürchte Dich nicht!" (oder ähnlich formuliert). Für jeden Tag des Jahres einmal! Das steht da nicht drin, weil Angst ne Seltenheit ist. 

Jesus möchte uns beruhigen, wie eine Mutter ihr Kind: "Hab keine Angst!" – das wir sie trotzdem haben, weiß er. Er verurteilt uns dafür nicht. Wir müssen also keine Angst davor haben, Gott nicht genügen zu können so wie wir sind. Du bist perfekt! Du bist ein Mensch und Du darfst auch einer sein!
 

Doch eines solltest Du nicht: Der Angst Macht in Deinem Leben geben!

Nicht sie soll Dein Leben bestimmen, sondern Du als erwachsener und mündiger Mensch! Wir haben einen Gott, zu dem Du rund um die Uhr mit all Deinen Ängsten kommen kannst! Egal wie banal sie in Deinen Augen erscheint … er nimmt Dich ernst!

Lebe Dein Leben mit ihm an Deiner Seite – er macht Dich stark! 
 

Aus Angst wird Mut

"Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne. Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark." - 2. Korinther 12, 9-10 LUT84

 

Vielleicht denkst Du manchmal, dass bringt doch alles nichts. Mach Dich nicht zu, bleib offen dem was passieren kann.

Ich habe die Erfahrung gemacht; je häufiger ich mit einer bestimmten Angst zu Gott kam, umso kleiner wurde sie. Was hatte ich für ne Zahnarzt Phobie und jetzt? Weg. Natürlich hat mein Zahnarzt seinen Teil dazu beigetragen, doch das aus Panik ein: "Aja, mal wieder Zahnarzt Termin – na gut!" wird, ist schon nicht von dieser Welt ;-) Und zu reparieren gab es auch schon so einiges …
 

Also! Hab keine Angst liebe/r Blogleser/in – mit Gott im Herzen bist Du stärker als alle Angst dieser Welt!


Und wenn Du doch mal Ängste hast, sind die nicht verboten, sondern total normal!

Mut ist bekanntlich nicht, keine Angst zu haben, sondern seine Angst zu überwinden!


Bis zum nächsten Mal und ganz viel Segen für Dich!

Mandy

 


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Dieser Beitrag wurde am 5. September 2017 veröffentlicht.

23 Gedanken zu „Auch Christen dürfen Ängste haben!

  1. Uwe

    Diese Ängste habe ich alle. Das ist normal. Suizide sind immer schlimm und das nicht nur für den, der sich selbst tötet. Wer Selbstmordgedanken hat, sollte mit jemanden reden, notfalls mit der Telefonseelsorge.

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  2. Bithya85

    Diese Sache mit dem für jeden Tag im Jahr ein “Fürchte dich nicht!” kenne ich. Damit wurde argumentiert, dass es Sünde ist, Angst zu haben, denn Gott hat ja befohlen, sich nicht zu fürchten. Einer der Gründe, warum ich heute nicht mehr die Bibel dermaßen wortwörtlich nehme, denn wir können ja nur einen Teil von dem lesen, was beispielsweise Jesus gesagt hat. Der Tonfall macht die Musik und wie er solche Dinge gesagt hat. Mit einem Oberst-Tonfall und einem Polizei-Gottesbild kann man einiges behaupten.
    Kein Wunder, dass grade wir Christen so viele Ängste haben, die wir aber nie zugeben würden. Stattdessen werden sie schön verdrängt, auf andere projiziert, in merkwürdige Vorstellungen (ich schreibe extra nicht das andere Wort) umgewandelt. Kommt nicht gut an. Eher sehr grotesk. Ich versuche, offen mit meinen Ängsten und Problemen umzugehen. Manchmal geht es gut und das ermutigt auch andere, offener zu werden. Aber manchmal ist das Gegenüber auch überfordert.
    Neulich zum Beispiel meinte jemand zu mir, es sei meine Schuld, dass es in meiner ehemaligen Gemeinde so ein schlechtes Klima ist, weil ich nicht genug gebetet hätte. Und es käme nicht darauf an, dass es mir gut geht. Sehr lieb. Not. Wie auch immer, ich weiß, warum diese Person so reagiert hat, ich kann es ihr nicht wirklich krumm nehmen. Sie hat auch ihre Geschichte. Aber irgendwo ist es symptomatisch.

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  3. Susanne

    Voll klasse Brot gibst du uns da. Und so ist es auch mit vielen anderen Gefühlen. Wir sind doch Menschen. Gefühle aller Art sind real.Die Frage ist, wer regiert, Hirn oder Gefühl. Vor allem, seien wir ehrlich, seien wir authentisch. Masken sind Lebenslügen und nicht das was Gott uns schenkt. Er schenkt uns Freiheit.

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  4. Claudia

    liebe mandy, vielen dank für diesen blog-post. ich bin ja ne groooooße zahnarzt- und krankheits-phobikerin vor dem herrn (!) und habe da echt auch hilfe erfahren – in vieler hinsicht sind mir meine ängste aber auch geblieben. umso besser, wenn mal jemand sagt, dass sie normal und erlaubt sind. :-)

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  5. Tim

    Guter Artikel. Also Jesus kennt angst ja auch, und was er für eine Angst hatte. Und da ist es überhaupt keine Schande angst zu haben.Jesus versteht uns am besten. Und ich gehe auch mit meinen Ängsten immer wieder zu ihm hin.

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  6. Cornelia

    Ja das bekam ich genügend zu Ohren, als junger Christ. Jetzt nach 30 Jahren bin ich am aufräumen und ein normales Christenleben zu leben und anzueignen. Und zu lernen, was Jesus wirklich gesagt hat und nicht die Menschen. Mensch, sogar eine Freiegemeinde wollte uns mein damaliger Freund, jetzt Mann, uns auseinander bringen wollen, nur weil ich Christ war und er nicht. Und wir sind nach bald 16 Jahren Ehe immer noch zusammen. Aber weil ich auf Jesus gehört habe und nicht auf die Menschen. Jesus wusste genau warum er mir diesen Mann gab.

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    1. Räubertochter

      Ich meine, es ist vielmehr: “Wir Christ*innen BRAUCHEN keine Angst zu haben” – anstelle von “sollen”.

      Sollen klingt wieder so nach einer Pflicht, die man erfüllen soll(te), also muss. Nicht brauchen hingegen bedeutet, es ist nicht nötig, nicht zielführend, wir können es einfach weglassen – wir sind FREI & wer frei ist, hat KEINEN Grund mehr Angst zu haben; also keinen Grund, der Endgültiges entscheidet. D.h. TROTZ Angst kann ich zum Zahnarzt gehn, meinen Studienabschluss schaffen, Krankheiten ertragen,… denn die Angst ist da, sie ist auch okay, manche Ängste sind sogar begründet sprich legitim – doch wir sind unseren Ängsten nicht einfach ausgeliefert, da wir Gott haben.

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  7. Andrea

    Ich finde es auch wenig einladend und da wird man Gott nicht gerecht wenn ich immer nur von gefallen und Geboten spreche. Ich finde wir sind alle voller Fehler und das darf auch sein. Alles hat seine Zeit und ein Kiffer oder Spielsüchtiger ……kann in der aufrichtigen Liebe zu Jesu genauso echt sein wie die scheinbar ganz frommen oder religiösen.

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  8. Daggi

    Als Christ darfst Du dieses und das nicht? Haben diese Menschen eine Beziehung zu Gott. Also mir wird immer nur erklärt, was ich alles tun soll und ich denke immer, das kann ich gar nicht. Das kommt davon, wenn man eine persönliche Beziehung zu Gott hat. Der weiß immer mehr wie andere Menschen. Und es stimmt doch gar nicht, dass man sich nicht fürchten kann, sonst wäre der eine Prophet ja nicht abgehauen, in die anderer Richtung gelaufen, im Meer gelandet und von einem Wal geschluckt worden um dann dort ausgespuckt zu werden, wo er hinsollte. Und David wäre nicht vor seinem Feind geflohen und wäre nicht davongelaufen. Steht doch alles in der Bibel. Also bitte mal lesen, bevor so etwas weitergegeben wird. Mit Zittern und Furcht ist er weitergelaufen und hat das getan, was Gott von ihm wollte. Also bitteschon, so etwas steht oft genug in der Bibel.

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  9. Christina

    Aber ist Angst nicht auch ein sich selber zu wichtig nehmen? Ich bin ein Kind Gottes und alles aber auch wirklich alles liegt in seiner Hand! “Dies habe ich mit Euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt Ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.” Johannes 16 #33

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    1. Susanne

      Die Angst ist da. Und NUN? Leugnen hilft nichts. Akzeptiere sie. sprich mit Gott darüber. er wird dir vieles aufdecken und dich weiter bringen. Er hat die Angst überwunden, wir sind noch Lernende. Alles was geschieht soll uns Gott näher bringen, in eine Vertrauensvolle Liebeziehung.

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        1. Susanne

          ich verstehe den Bibelversen als Bestätigung. du hast Angst. sei getröstet.ich weiss damit umzugehen denn ich hab die Angst überwunden. Wer ist also mein Ratgeber? Jesus. Und wie geb ich mich der Angst nicht hin?. ..Lass den Kelch an mir vorübergehen….wenn es aber so sein soll, Gott, Dein Wille geschehe. (Aber bitte hilf mir dabei, lass mich das nicht alleine durchstehen)

          Ich hab nicht dich persönlich gemeint Christina. Ich habe das Verhalten vieler Christen gemeint.

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  10. Roman

    Nur mal so am Rande: Dass “Fürchte dich nicht” 365 mal in der Bibel stehen soll, klingt zwar toll, entspricht aber nicht der Wahrheit. Je nach Übersetzung kommt man lediglich auf etwa 145 Verse. Näheres dazu findet man hier:
    https://millyjonesblog.wordpress.com/2013/01/17/365-do-not-be-afraid-verses/

    Mein Anliegen ist es, dass diese Mär von den 365 Versen nicht ständig weiterverbreitet wird. Als Christen sollten wir solche Aussagen prüfen und, wenn sie nicht stimmen, nicht mehr weiterverbreiten, auch wenn sie noch so schön klingen.

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  11. Katharina

    “Mut ist Angst, die ihr Gebet gesprochen hat.” Ich weiß nicht genau, wer das als erster gesagt hat, aber das fiel mir spontan ein. Ein guter Blogbeitrag, vielen Dank!

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  12. Spasiba5

    Unser Ausgangspunkt bei der Besprechung dieses Themas sollte 2 Timotheus 1: 7 sein, der sagt: “Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht, sondern der Macht und der Liebe und des gesunden Geistes gegeben.”

    Ein Geist der Furcht und Schüchternheit kommt nicht von Gott, dem Allmächtigen!
    Unser wunderbarer Gott lehrt uns, uns nicht zu fürchten, um uns zu beschützen.
    In der heiligen Bibel verbindet er die Angst und die Besorgnisse
    zusammen, darum ist es Gottes Wort für uns nicht besorgt zu sein.
    Ängstlichkeit schwächt uns und sein Wunsch ist, uns zu stärken und zu helfen. Was ist das Heilmittel, um Ängstlichkeit zu besiegen? Das Heilmittel beinhaltet auf Gott mehr zu vertrauen und wenn wir dies tun, können wir uns im Herrn beständiger freuen.

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  13. GastX

    Die Menschen fragen nicht mehr nach Gott weil das Evangelium verdreht wurde.
    Natürlich kann ein Christ Angst haben. Auch Jesus hatte Angst in Gethsemane.
    Wie gut das man in der Kammer alles zu Gott bringen darf um durch seinen Geist Heil zu werden. “Bittet und euch wird gegeben.” Allerdings leben viele Christen auch nicht mehr in der Liebe Gottes untereinander.
    Das ist Schade, denn wo die Liebe ist kann man sich aufeinander verlassen und die Angst vertreiben. Im Galaterbrief steht etwas von der Neuschöpfung.

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